Touren-Planer Rheingau - Rheinsteig
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Hier beginnt der Frühling
Im Rheingau beginnt der Frühling früher als in anderen deutschen Regionen. Schon im März hat ein blütenreicher Vorfrühling die Gärten des Rheingaues verwandelt. Während der Hunsrück und das rheinhessische Hügelland ringsum noch tief verschneit liegen, gibt es oft nur einen einzigen Hang, der schneefrei bleibt und im Sonnenschein glänzt: der Rüdesheimer Berg, nur wenige Kilometer von unserem Hotel entfernt. Darum läßt die Sage Kaiser Karl den Großen dort die ersten Reben pflanzen. Aber in Wahrheit ist der Rheingauer Wein wohl viel älter... Es gibt viele deutsche Provinzen, in denen man Reben heranziehen kann, aber - so sagt man im Rheingau - nur einen schmalen Landstrich, auf dem man einfach Weinberge anlegen muss und auf dem wahrscheinlich die Rieslingrebe schon in grauer Vorzeit wild wucherte: und das ist der Rheingau, die goldene Mitte des heimlichen Reiches, das der Wein auf deutschem Boden abgesteckt hat.
Schlösser, Burgen und Gaumenfreuden: der Rheinsteig
Zwischen Bonn, Koblenz und Wiesbaden führt der 320 km lange Rheinsteig rechtsrheinisch auf überwiegend schmalen Wegen und anspruchsvollen Steigen bergauf und bergab zu Wäldern, Weinbergen und spektakulären Ausblicken. Gut ausgeschildert lädt der Rheinsteig ein zu ambitionierten Fernwanderungen oder abwechslungsreichen Kurztouren, gut erreichbar via Bahn, Schiff und Auto, nahe gelegen zu mehreren Flughäfen.
Der Rheinsteig bietet beeindruckende Naturerlebnisse. Schmale Wege führen auf federndem Waldboden durch schattige Bergtäler und stille Wälder des Siebengebirges, vorbei an steilen Felspartien im Mittelrheintal und durch verwinkelte Weinberge im Rheingau. Immer wieder erlauben hoch gelegene Abschnitte spektakuläre Ausblicke auf das Rheintal und auf die majestätische Ruhe der östlich angrenzenden Berglandschaft von Taunus und Westerwald.
Johannisberg und die "Erfindung" der Spätlese
Alljährlich im Herbst überbrachte ein Kurier dem Fürstabt in Fulda reife Trauben mit der Bitte, über den Beginn der Weinlese zu entscheiden.
Der Kurier des Jahres 1775 kehrte statt nach 8 Tagen, wie üblich, erst sehr viel später zurück. Die Gründe der Verspätung sind unbekannt. Inzwischen waren die Trauben größtenteils in Fäulnis übergegangen. Verwalter Johann Michael Engert war gezwungen, die Weinlese getrennt nach grünen und faulen Trauben durchzuführen.
"Solche Wein habe ich noch nicht in den Mund gebracht" schrieb er am 10. April 1776 nach der Probe der aus faulen Trauben gewonnenen Weine an den Hofkellermeister Burkhard Schild in Fulda. So lernte man diese Erscheinung als "Edelfäule" schätzen, baute die Spätlese zum System aus und gewann Auslesen (1779 erwähnt), Beeren- und Trockenbeeren-Auslesen.
Auch der erste Eiswein der Geschichte wurde 1858 aus gefrorenen Trauben hier geerntet. So ist der Johannisberg die Wiege aller hohen Weinprädikate!
Selbstverständlich bietet Ihnen auch unser Weinkeller hervorragende Qualitätsweine an.


